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Silence Is Complicity
Dima Bondarev
Label: Dnipro & Kruchi
Released: 2026
Duration: 00:56:17
Views: 19
Tracks
Count On Yourself; Temporarily Defocused; Dialogue With Rising Sun; Noname; John's Anthem; Paul; Labadee; Peppi´s Lullaby; Making Waves; Balaenoptera Physalus; It's Always Sunday
Personnel
Album Description
jazz-fun`s recap:
Weniger Musiker, mehr Klang. Dima Bondarev verfolgt diesen scheinbaren Widerspruch seit mehreren Alben mit bemerkenswerter Konsequenz. Nachdem er auf seinem Debüt I’m Wondering ein Quintett und auf Get a Second Wind ein vollständig akustisches Quartett eingesetzt hatte, reduziert der ukrainische Trompeter seine Formation auf Silence Is Complicity nun auf ein Trio – und öffnet damit seinen musikalischen Horizont weiter als zuvor.
Ein Jahr nach „Get a Second Wind” und der Auszeichnung mit dem Deutschen Jazzpreis 2025 präsentiert sich Bondarev gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Igor Osypov und dem amerikanischen Schlagzeuger Jim Black in einer vollkommen veränderten Klanglandschaft. Osypov spielt Gitarre, Keyboards und E-Bass; Effekte und Synthesizer erweitern das Instrumentarium. Aus zeitgenössischem Jazz, Post-Rock und Fusion entsteht eine Musik von großer elektrischer Energie.
Mitunter entwickelt Osypovs Gitarre einen schweren, beinahe massiven Rocksound. Jim Black setzt nicht einfach einen rhythmischen Rahmen, sondern greift mit seiner enormen Erfahrung und Fantasie aktiv in die Gestaltung ein. Das Trio kann verdichten, aufbrechen, Druck entwickeln und im nächsten Moment wieder überraschend viel Raum schaffen.
Im Zentrum bleibt dennoch Bondarevs Trompete. Auch sie wird klanglich verändert und durch Effekte erweitert, verliert dabei aber niemals ihren individuellen Charakter. Bondarev weiß genau, wie weit er die Möglichkeiten der elektronischen Bearbeitung ausreizen kann, ohne dass die Ausdruckskraft seines Instruments dahinter verschwindet.
So entsteht die Vielschichtigkeit des Albums. Die Trompete kann sich gegen massive Gitarrenflächen behaupten, mit ihnen verschmelzen oder dem Klang plötzlich eine vollkommen andere Richtung geben. Ihr Ton bringt Klarheit in die elektrischen Strukturen und verhindert, dass diese Musik eindeutig als Jazzrock, Fusion oder Post-Rock eingeordnet werden kann.
Entscheidend ist dabei die Klasse der drei Musiker. Osypov und Black kennen Bondarevs musikalische Sprache und bleiben dennoch eigenständige Stimmen. Virtuosität bedeutet hier nicht, möglichst viel zu spielen, sondern im richtigen Augenblick etwas Entscheidendes hinzuzufügen. Dadurch wirkt das Trio trotz seines enormen Klangspektrums erstaunlich geschlossen.
„Silence Is Complicity” ist ein kraftvolles, kompromissloses Album, das sich Kategorien bedient, ohne sich ihnen zu unterordnen. Bondarev erweitert seine musikalische Sprache und bleibt dabei unverkennbar er selbst.
Vielleicht liegt genau darin die Stärke dieser Musik: Sie verändert ständig ihre Gestalt, aber niemals ihre Identität.
(Jacek Brun, 11.09.2026)
Album uploaded by Dima Bondarev



